Es ist paradox. Niemals zuvor war Yoga für Anfänger leichter zugänglich als heute. Doch genau das ist auch ein Problem. Als Yoga Anfänger bist du mit Millionen von YouTube-Videos, Büchern, DVDs, verschiedensten Yogastilen und unzähligen Yogastudios konfrontiert. Dieses riesige Angebot kann Yoga Anfänger erschlagen, weil eine Orientierungshilfe bzw. ein Wegweiser durch den Yoga-Dschungel fehlt.

Kennst du die wichtigste Stellung im Yoga? Es ist die Einstellung. Und zwar die innere Einstellung. Du gewinnst sie durch die Antwort auf die Frage: „Warum möchte ich Yoga üben?“ Diese Frage solltest du dir als Yoga Anfänger unbedingt stellen.

Die Antwort muss ganz klar und präzise formuliert sein, weil sie dein Wegweiser für deine Praxis ist. Überprüfe von Zeit zu Zeit deine Yogapraxis, ob sie deinem Ziel noch dient. Falls nicht, passe dein Üben an, probier einen anderen Stil oder Yogalehrer aus. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, dass du dir die kleinen Fortschritte auf deinem Weg bewusst machst.

Yoga Anfänger benötigen immer eine Motivation, um am Yoga dran zubleiben. Sei dankbar für die Fortschritte durch Yoga, die dein Leben leichter und unbeschwerter machen.

Sehr oft habe ich erlebt, dass Yoga Anfänger mit ganz viel Willen und Ehrgeiz Yoga üben möchten. Ihre Begeisterung ist am Anfang sehr groß und leider oft auch schnell wieder vorbei. Manche Teilnehmer bringen Ehrgeiz und Leistungsgedanken aus dem Berufsleben mit in die Yogastunden. Doch der Gedanke „viel hilft viel“ ist im Yoga gerade fehl am Platz.

Den richtigen Yogastil zu finden, ist für Yoga Anfänger eine besonders schwere Aufgabe. Es gibt unzählige verschiedene Yogastile und jeder Stil hat seine Besonderheiten. Nachfolgend erhältst du einen kleinen Überblick:

  • Power Yoga – meist sehr kraftvolles Üben mit Schwitzgarantie; für Yoga Anfänger, die fit sind und ein Workout brauchen, kann das ein guter Einstieg sein. Weniger fitte Anfänger scheitern hier oft und es kann zu Frustration kommen.
  • Jivamukti Yoga – Yoga Flows mit lauter Musik, verschiedenen Übungsserien und der Empfehlung, vegan zu leben. 😉 Jivamukti-Studios (in Berlin und München) bieten „Absolute Beginner“-Stunden und haben auch Basic-Stunden, die für Yoga Anfänger sehr gut geeignet sind.
  • Vinyasa Flow Yoga – einzelne Yoga-Übungen werden nur wenige Atemzüge gehalten, dabei gibt es viel Bewegung und wenig Pausen. Vinyasa Flow Yoga sollten nur fitte Yoga Anfänger üben, da die Sequenzen körperliche Fitness voraussetzen. Übst du falsch, kommt es zu Fehlern im Yoga, die ein hohes Verletzungsrisiko bergen.
  • Iyengar Yoga – sehr genaues Üben, einzelne Yoga-Übungen werden bis ins Details zerlegt. Persönlich empfinde ich Iyengar Yoga als zu technisch und mit zu wenig Herz versehen. Nicht nur Yoga Anfänger lernen hier extrem viel. Aber das hohe Maß an Ausrichtung kann zu Lasten der Freude gehen.
  • Yin Yoga ist in der Yogawelt gerade sehr angesagt. Hierbei geht es fast ausschließlich um reine Entspannung und die Yoga-Übungen werden mit Unterstützung von Hilfsmitteln lange Zeit (bis zu 10 Minuten) gehalten. Für Yoga Anfänger bietet sich hier eine schöne Erfahrung, bewusst zu entspannen und loszulassen. Aber Yoga Anfänger sollten auch kraftvoll üben, um den Körper zu stärken.
  • Yoga Vidya und Sivananda Yoga sind sehr verbreitet in Deutschland. Bei diesen Stilen werden feste Übungsserien (Rishikesh-Reihe) geübt und auch Bhakti Yoga (Singen, Kirtan und Spiritualität) kommt nicht zu kurz. Yoga Anfänger können sich gut an der festen Serie orientieren. ABER leider werden Schulterstand, Pflug und Fisch (oft auch der Kopfstand) als Bestandteile viel zu unachtsam unterrichtet. Das sind Yoga-Übungen, die Yoga Anfänger NICHT üben sollten, weil hier ein hohes Verletzungsrisiko besteht.
  • Anusara Yoga ist „mein“ Yogastil, den ich liebe, lebe und unterrichte. Eine gute Anusara-Yogastunde zeichnet sich durch exakte Ausrichtung aus, überzeugt durch ein Herzthema (wie Yoga im Alltag angewendet werden kann) und ist pure Inspiration. Die Herzqualität dieser Yogarichtung macht es Yoga Anfängern leicht, Yoga zu entdecken und am eigenen Körper zu erfahren.